- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa

Grosse Gebiete rund um die Stadt und das benachbarte Franschhoek sind mit Weinreben bepflanzt. Makellos gepflegte Reben und ebensolche Anlagen bei den Kellereien prägen die Landschaft. Franschhoek war die erste Siedlung, welche die aus Frankreich ausgewanderten Hugenotten hier gründeten, sie brachten auch die ersten Weinreben mit und begannen mit dem Weinbau.

Leider war das Wetter heute nicht sehr gut, einige dicke Wolken verdeckten immer wieder die Sonne. Doch ab und zu zeigte sie sich durch ein Loch und erleuchtete einen kleinen Fleck der Erde. Dort zeigte sich dann die wahre Pracht der Landschaft.
In Franschhoek gibt es neben dem Wein noch ein Automuseum, welches für Paul N. von Interesse war. Von insgesamt 320 Oldtimern werden rotierend immer 80 Stück ausgestellt, die übrigen lagern in der Öffentlichkeit unzugänglichen Hallen, wo sie auch instand gehalten werden. Nahezu jedes Fahrzeug wird ab und zu bewegt, damit es keine Standschäden erleidet. Die Sammlung gehört einem Herrn Rupert, dem Grossaktionär der Richmond Gruppe, welche in der Schweiz einige Uhrenfabriken besitzt. Offensichtlich ein lohnendes Geschäft.

"Meine" Ruth fährt einen kleinen Chevrolet, weshalb ich dieses 1955 Cabriolet eines Bel-Air unbedingt fotografieren musste. Solche Modelle fahren heute noch in Cuba, zumindest taten sie dies noch im Januar 2015, als ich zum letzten Mal dort war.

Mein Interesse galt natürlich vor allem der Sammlung von fünf Jaguar-Modellen, welche makellos waren. Der schwarze Jaguar E am Ende der Reihe sah aus, als sei er erst gerade vom Fabrikationsband gelaufen.
Den Abend schlossen wir in einem sehr guten Restaurant ab, wir assen im Big Easy, welches nahe bei unserem Hotel lag. Das Haus stammt aus dem Jahr 1789 und wurde ursprünglich von einem Pfarrer erbaut. Auch dieser Beruf warf offensichtlich viel Profit ab, wenn nicht für die Bedürftigen, so doch für den Hirten.
- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Statt mit dem Auto die Stadt zu erkunden, liess ich dieses beim Hotel stehen und machte mich auf einen Spaziergang durch die Innenstadt.

Hier in Kapstadt sind die Jacarandas noch in voller Blust, da hier die Temperaturen einiges kühler sind, als in Johannesburg. Im Hintergrund die Silhouette des Tafelberges.

Eines der imposanten Gebäude in der Innenstadt. Auf dem Platz davor haben sich Souvenir-Händler installiert, welche ihre Waren an den Mann und die Frau bringen wollen. Da ich noch länger unterwegs sein werde, liess ich mich nicht in Versuchung bringen. Auch sonst hätte ich wohl kaum etwas gekauft, da die meisten angebotenen Gegenstände nicht sehr interessant waren. Irgendwie vermitteln diese Stände in Afrika das Gefühl, es gäbe irgendwo in dunklen Afrika-Wäldern eine Fabrik, wo diese Sachen produziert werden. Oder liegt diese Fabrik gar in China?

Am heutigen Samstag war die Innenstadt weitgehend verkehrsfrei. Nur wenige Autos brausten durch die Strassen, so dass ich als Fussgänger für einmal ungestört war. Ich konnte sogar mitten in der Strasse stehen bleiben und fotografieren. Undenkbar an einem Arbeitstag.

Immer wieder waren interessante Gegensätze zwischen alt und neu zu sehen: Hier ein verspieltes, kleines Haus, welches von einem modernen Bau überragt wird. Ich bin immer wieder überrascht, wie sauber und aufgeräumt die Städte sind. Selbst in den weniger noblen Gebieten liegt kaum je Dreck herum. Manch eine europäische Stadt könnte sich hier ein Beispiel nehmen!
Am späteren Nachmittag ersetzte ich meinen grossen Mietwagen, einen Hyundai H-1 durch ein kleineres Gefährt, da ich für mich allein kein so grosses Fahrzeug brauche. Auch diese Rückgabe verlief absolut problemlos. Auch dies ein weiteres Beispiel für die Freundlichkeit und Effizienz der Südafrikaner.
- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Etwa 100 km nördlich von Capetown liegt der West Coast Nationalpark am Atlantik. Ich machte mich heute früh auf den Weg dorthin, weil ich mir einige Begegnungen mit interessanten Tieren versprach. Insbesondere hoffte ich auf Wasservögel, welche in der Lagune angeblich überwintern. Sogar aus Sibirien reisen die Wintergäste an.
Nicht nur in Zürich gibt es die Sihlhochstrasse, welche einfach im Nirgendwo endet. Auch in Kapstadt gibt es solche Planungsleichen. Die Autobahn endet an mehreren Stellen in der Luft. Wir müssen uns also nicht gross schämen, auch andere haben dieselben Probleme!
Kaum war ich im Park sah ich schon die ersten jungen Strausse. Von den Eltern war hingegen weit und breit nichts zu sehen. Ein eher ungewohntes Bild. Ungwöhnlich ist auch, dass die jungen Vögel unterschiedlich gross sind. Stammen sie von denselben Eltern ab oder sind sie Teil eines Kindergartens?
Schildkröten sah ich heute gleich mehrere, diese hier las ich von der Strasse auf und bugsierte sie ins trockene Gras, wo ich sie noch schnell fotografierte, bevor sie wieder verschwand. Die Geschwindigkeit auf den Teerstrassen ist auf 50 km/h begrenzt, doch viele Einheimische halten sich nicht daran. Eine Schildkröte kann leider nicht ausweichen, wenn ein Schnellfahrer daherkommt.
Ein Straussenpaar, diesmal ohne Junge. Dabei handelt es sich sicher nicht um die Eltern derjenigen Vögel, die ich am Morgen sah, zwischen den beiden Sichtungen lagen etwa 25 km!
Auf einem grossen Granitsockel steht ein altes Haus, welches heute als Museum genutzt wird. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Blick über die Lagune. Der starke Wind machte die Fortbewegung auf der Ebene zu einer mühsamen Sache! Im Museum wird die Entstehung der Lagune erläutert und es gibt auch einiges an Informationen über die menschliche Besiedlung der Gegend. Bereits vor Ankunft der Weissen war die Gegend teilweise bewohnt.
Noch nie sah ich diese Antilopen-Art: Es handelt sich um sogenannte Bontebok, sehr elegante Tiere. Nussbraue Köpfe, fast schwarze Flanken und schneeweisse Bäuche. Dazu leicht gebogene Hörner. Diese Antilopenart ist sehr selten, nur noch um die 2'000 Tiere soll es davon geben.
Bis auf einige Strausse sah ich heute kaum Vögel, von einem der zahlreichen Birdhides sah ich immerhin eine Gruppe von Flamigos, jedoch waren diese zu weit weg, als dass ich sie fotografieren konnte. Sonst waren weite Teile der Lagune trocken, die Vögel aus dem Norden sind noch auf der Reise, sie kommen in einigen Wochen hier an. Die Fischgründe an der Westküste Südafrikas sind äusserst fischreich, so dass die vielen Vögel genügend Nahrung vorfinden.
Zwischen dem Nationalpark und Capetown liegt ein Atomkraftwerk, welches gefährlich nahe an der Küste gebaut wurde. Nicht auszudenken, was bei einem Tsunami passieren würde - Fukushima lässt grüssen: Hier gibt es noch nicht mal eine Schutzmauer zwischen Wasser und Reaktor-Gebäuden! Das Kraftwerk liegt gerade mal 30 km vom Zentrum Kapstadts entfernt. In der Stadt und den umgebenden Gemeinden leben etwa 3.8 Mio. Menschen.
Der heutige starke Wind war ganz im Sinne der Kite-Surfer, welche sich am Strand nördlich von Capetown in den Wellen tummelten. Der Tafelberg war am späteren Nachmittag mit einer Wolkenkappe versehen, was die Surfer jedoch nicht von ihrem Hobby abhielt. Mit der adäquaten Ausrüstung versehen, lässt sich auch das kalte Wasser längere Zeit aushalten.
- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Der Tafelberg ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Kapstadt. Nach zwei erfolglosen Versuchen gelang mir heute früh die Besichtigung. Kurz vor 9 Uhr war ich bei der Talstation, wo allerdings schon sehr viele Leute für Tickets anstanden. Parkplätze waren in der Nähe keine mehr zu haben. Einmal mehr profitierte ich von meinem Behindertenausweis.
Selbstverständlich gibt es in der Nähe der Station besondere Parkplätze für Behinderte, von den mir eine freundliche Damen einen zuwies. Da ich noch kein Ticket hatte, sollte ich mich in die Reihe stellen, welche für etwa eine halbe Stunde Wartezeit garantierte. Sobald ich das Ticket hätte, könne ich mit dem Aufzug hochfahren und müsse nicht in der Schlange anstehen.

Glücklicherweise hatte die Talstation ein öffentliches WiFi, so dass ich mein Ticket online bestellen und schon nach kurzer Zeit mit dem eTicket auf meinem iPhone per Aufzug zur Seilbahn hochfahren konnte.
Klick auf das Bild zeigt es in hoher Auflösung.
Von 1060 m.ü.M. ergab sich ein grandioser Rundblick über Kapstadt mit dem Blick auf die Atlantik-Küste im Norden der Stadt. Die kleine Insel in der rechten Bildhälfte ist Robben-Island, wo viele berühmte Gefangene während Jahren eingekerkert waren, darunter während vieler Jahre auch Nelson Mandela.
In Richtung Süden liegt die ganze Kap-Halbinsel zu Füssen. Zuunterst das Kap der Guten Hoffnung, welches ich vor einigen Tagen besuchte. Ein grandioser Rundblick und dies bei wolkenlosem Himmel und angenehmen 25 Grad ohne Wind! Geduld zahlt sich manchmal eben doch aus!
Direkt unterhalb der Talstation liegt Camps Bay, ein nobles Quartier von Kapstadt, welches an einem weissen Sandstrand liegt. Heute Abend sollte die Ortschaft nochmals eine wichtige Rolle spielen, als ich im Paranga-Restaurant ass.
Rock-Hyrax sind die nächsten noch lebenden Verwandten der Elefanten. Dieser Kerl scheint keine Angst zu kennen, liegt er doch auf einem Felsen, von welchem aus beinahe 600 m freier Fall möglich wären. Sein Verwandter würde sich wohl kaum hier hinstellen!
Sein Kollege lag direkt unterhalb der Brüstung und liess sich problemlos fotografieren. Während der ganzen Reise im Krüger-NP trafen wir kein einziges Exemplar dieser putzigen Tiere, auf dem Tafelberg sind sie sehr zahlreich.
- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Nach dem gestrigen Sonnenschein und warmen Temperaturen präsentiert sich die Welt heute komplett anders: Am frühen Morgen war der Himmel noch wolkenlos, doch bereits beim Frühstück zogen dicke Wolken aus dem Süden auf und verdeckten die Sonne. Wo gestern die Sonne beim Abendessen noch blendete, war heute nur noch vereinzelt etwas blauer Himmel zu sehen. Trotzdem machte ich mich auf den Weg in Richtung Süden. Ich wollte die Kap-Halbinsel noch etwas genauer erkunden und vielleicht nochmals zu den Pinguinen fahren.

Die Bergen hinter Camps Bay erinnern irgendwie an die Kurfirsten in der Schweiz, das heutige Wetter war liess sie jedoch nicht sehr gut aussehen.
Der Leuchtturm von Slankoppund war heute auch kaum zu sehen, der Nebel über dem Atlantik verdeckte ihn nahezu. Erst als ich näher fuhr, tauchte er aus der Suppe auf. Der Regen hörte kurz auf, so dass ich ohne nass zu werden aussteigen konnte.
Mein Ziel war die Pinguin-Kolonie von Simon’s Town, doch das Wetter war so lausig, dass ich von meinem Vorhaben absah. Statt Pinguinen besuchte ich ein Kaffee in der Stadt und bemerkte dieses interessante Schild. Auf diese Idee kam ich nicht!

Ursprünglich buchte ich eines der wenigen Hotels, welche gestern noch verfügbar waren. Als ich jedoch dort vorfuhr, kehrte ich unverrichteter Dinge um und buchte eine andere Unterkunft. In einem eher lausigen Quartier gelegen, war das Hotel herunter gekommen und überhaupt nicht einladend. Nun bin ich in einem viel angenehmeren Hotel in der Nähe der V&A Waterfront, einem grossen Einkaufszentrum mit vielen internationalen Ladenketten. Doch auch hier gibt es seltsame Ankündigungen. Die Hotel-Bar habe ich auf jeden Fall nicht aufgesucht. Wer weiss, ob die Manager auch das Kleingedruckte gelesen haben.
Gegen Abend konnte ich noch meine neue Sonnenbrille abholen, welche ich am letzten Donnerstag bei einem Optiker im V&A bestellte. Meine alte kam mir irgendwo in Johannesburg abhanden, ich versuchte alles, sie wieder zu bekommen, leider erfolglos. Ganz unglücklich bin ich jedoch nicht, da ich die Gläser ohnehin hätte ersetzen müssen, da sie einerseits ziemlich zerkratzt waren und die Korrektur zudem auch nicht mehr ganz meinen Augen entsprach. Nun konnte ich mir eine Brille derselben Marke aus Deutschland (Mykita) machen lassen. Mit hervorragenden Gläsern und optimaler Korrektur ausgerüstet, bin ich bereit für die nächste Etappe meiner Reise. Der Preis war etwas mehr als 50% von meiner schweizer Brille. Die Mehrwertsteuer von 14% erhalte ich zudem noch zurück.
- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Erste Etappe - South Africa
Ich musste heute um 17 Uhr mein Auto zurück geben und wollte vorher noch in meinem Hotel beim Flughafen das Gepäck deponieren. Meine Zeit war also begrenzt. Ich beschloss, mir tagsüber noch die Gegend rund um Paarl anzusehen und ein leichtes Mittagessen zu suchen, da mein Hotel leider kein Restaurant haben wird. Neben Franschhoek und Stellenbosch ist Paarl die dritte Stadt im Weingebiet Südafrikas.

Hoch über der Stadt steht das Afrikaanse Taalmonument, das Denkmal für Afrikaans, der Landessprache Südafrikas. Afrikaans ist die jüngste Sprache der Welt, sie wurde ab 1876 in einer Zeitung hier gedruckt. Ein Lehrer schuf eine Grammatik sowie ein Wörterbuch, welches bis heute Gültigkeit hat. 13% der Bevölkerung Südafrikas sprechen heute Afrikaans, vor allem Weisse und Coloureds (Mischlinge).

Vom Denkmal aus gibt es eine wunderbare Sicht über die Weinbau-Gegend, hier der Blick in Richtung Franschhoek.

Über die Ästhetik der Architektur des Denkmals lässt sich streiten, mir erschloss sich der Zusammenhang zwischen Denkmal und Sprache nicht. Aber ich bin ja auch kein Massstab. Die Berge im Hintergrund kontrastieren auf jeden Fall schön mit den Beton-Figuren.

Bei Paarl verläuft ein kleiner Fluss an dessen Ufer wunderbare Jacarandas stehen, welche hier noch in voller Blüte sind.

Bevor ich an den Flughafen fuhr, machte ich noch einen Umweg an die False Bay, um noch einen letzten Blick auf das Meer zu werfen. Ab morgen Donnerstag ist Wüste in Namibia angesagt. Wasser wird dann nur mehr eine ferne Erinnerung sein.
Die Rückgabe meines Autos verlief absolut problemlos und ich war schon früh im Hotel. Morgen wird es um 04:30 Tagwache geben, um 05:00 fährt das Taxi an den Flughafen, von wo aus ich um 06:45 in Richtung Windhoek abfliegen werde. Also früh in die Klappe!
