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Nördlich von Johannesburg liegen die Sterkfontein-Caves, eine Ausgrabungsstätte, welche gemeinhin als Wiege der Menscheit bezeichnet wird. Hier fanden Paläoanthropologen mehrere Skelette von Frühmenschen, Australopithecus africanus, welche auf zwischen 2 und 2.8 Mio. Jahren Alter geschätzt werden. Paul und ich statteten dieser Höhle heute einen Besuch ab. Von unserem Hotel aus waren wir knappe 90 Minuten mit dem Auto unterwegs. Ausserhalb von Johannesburg nahm der Verkehr sehr schnell ab und wir kamen zügig voran. Für Paul war es ein erster Ausflug in die afrikanische Landschaft.

Der Fundort wurde von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Diese Stele markiert den Eingang zum Park.

Das Visitor-Center liegt einige km von der Höhle entfernt, die Bauform soll an einen Grabhügel erinnern. Gerade schön ist das Gebäude nicht, der Inhalt des Museums entschädigt aber für die äussere Erscheinung.

Wir hatten für die Höhle einen Führer, welcher uns kompetent über die Sehenswürdigkeiten informierte. Diese Platte zeigt ein Abbild des Schädels eines Frühmenschen, welcher Mrs. Ples genannt wird. Neuere Forschungen weisen allerdings darauf hin, dass es sich beim Schädel um jenen eines Jünglinges handelt. Ganz genau weiss dies allerdings niemand, ist das Fossil doch schon etwa 2.5 bis 2.8 Mio. Jahre alt.

Auf schmalen Wegen geht es in die Tiefe, 120 Stufentritte hinunter und auf der anderen Seite der Höhle 200 Tritte nach oben. Auf dem Hinunterweg ist es relativ mühelos, der Aufstieg führt teilweise durch enge Couloirs und durch ca. 1 m hohe Löcher im Fels. Dort ist dann Kriechen angesagt.

Die Wiege der Menschheit liegt in einer Karstlandschaft, viele Tropfsteinhöhlen liegen unter der Oberfläche. In diese Höhlen fielen die Frühmenschen und wurden hier fossiliert. Nun dienen die Skelette der Wissenschaft zur Bestimmung der Herkunft der Menschheit. In den Tropfsteinhöhlen bildeten sich im Laufe der Zeit auf viele Stalagmiten und Stalaktiten.

Der Weg in die Tiefe wird meist mit Geländern markiert - gut für mich, sonst wäre der Zugang für mich nicht möglich gewesen. Einige Lichter wiesen zudem den Weg. Dank eines Helmes war der Kopf geschützt, ich schlug ihn einige Male an, da ich mich vor allem auf den Weg konzentrieren musste! An einigen Stellen diente mir Paul als Gehstock, da ich meinen im Hotel vergass.

Das Tageslicht fiel durch einen Spalt in die Höhle ein und markierte so den Ausstieg an die Wärme. Im Innern der Höhle betrug die Temperatur etwa 16 Grad, draussen lag sie eher bei 28 Grad. Nach einer 3/4-stündigen Tour im Innern der Erde waren das Aussenlicht und die Wärme sehr willkommen. Die Frühmenschen, welche hier kläglich verendeten, müssten allerlei Qualen erlitten haben!

Was wäre Afrika ohne Wildtiere: Vom Visitor-Center aus sahen wir die ersten Gnus, welche hier Wildebeest genannt werden. Zu deutsch sind es Streifengnus. Diese leben hier wild und grasen auch ausserhalb der Nationalparks auf den Feldern der Bauern. In einigen Tagen werden wir im Krüger-Nationalpark hoffentlich noch mehr dieser Tiere sehen, doch als erste Botschafter ihrer Gattung taugten sie allemal!

Eine Gruppe von Schülern besuchte heute ebenfalls die Höhle und das Museum. Alle waren sie in orangene Leibchen gekleidet, auch Hosen und Schuhe gehören zu ihren Uniformen. Die meisten Schulkinder in Südafrika tragen Uniformen, welche so die leidigen Wettstreite und die schönsten - und teuersten - Kleider im Keime ersticken.

Der Schädel der Mrs. Plies ist als Replika beim Weg zum Museum ausgestellt. Das Original befindet sich in einem Museum in der Hauptstadt, wo wir ihm morgen einen Besuch abstatten werden.

Eine Schautafel im Museum hat meine Aufmerksamkeit besonders erregt: Die Entwicklung der unterschiedlichen Organe des Menschen wurde hier herausgestrichen. Ich enthalte mich jeglichen Kommentares, die Bilder sprechen für sich selber!

Bei der Rückfahrt nach Johannesburg ergab sich ein schöner Anblick der Stadt. Johannesburg liegt auf etwas mehr als 1'600 m.ü.M. und geniesst ein gutes Klima. Warme bis heisse Sommer und ein angenehmer Winter mit Tagestemperaturen von zwischen 15 und 20 Grad. Während der Nacht kann es ab und zu leichte Fröste geben, allerdings eher selten. Nun beginnt der Sommer!
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Alle Safari-Reisenden (ein Pleonasmus?) wollen The Big Five sehen: Löwe, Elefant, Büffel, Leopard sowie das Nashorn. Mit dem heutigen Tag sind wir diesem Ziel einen grossen Schritt näher.

Ein Breitmaul-Nashorn machte uns seine Aufwartung. Damit ist der vermutlich schwierigste Teil der Aufgabe erledigt. Nashörner sind in der Wildnis äusserst schwierig zu entdecken, da es nur noch sehr wenige Exemplare gibt. Wilderer stellen diesen Tieren nach, da die Chinesen immer noch jeden Preis für das Horn bezahlen. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt das gemahlene Horn als Potenzmittel. Man sollte ein Gerücht in die Welt setzen, wonach jedem Mann der Sch... abfault, wenn er dieses Pülverchen einnimmt. Die Praxis würde wohl unmittelbar gestoppt werden.
Als ich zum Nachtessen ging, sah ich ein älteres Paar den Grill einfeuern. Ich hörte Schweizer-Deutsch und grüsste die Landsleute. Beim folgenden Gespräch stellte sich heraus, dass die beiden in Losone/TI eine Bäckerei betreiben. Die Bäckerei Leibundgut stellt ein hervorragendes Brot her, das ich seit 1990, als meine Schwiegereltern ihre Wohnung in Ascona kauften, kenne und sehr schätze: Pane del Nonno. Mein absolutes Lieblingsbrot, wenn ich im Tessin bin. So ein Zufall in einer immer kleiner werdenden Welt! Wir haben uns auf ein Treffen in ihrer Bäckerei verständigt, wenn ich das nächste Mal in Ascona sein werde.
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Dieser kleine Pavian war Teil einer grösseren Gruppe, er turnte wie ein Grosser an den Lianen herum. Besonders die kleinen Affen sind immer interessant, sie entlocken mir oft ein Schmunzeln, wenn sie sich ungelenk benehmen.
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Nach dem Frühstück verliessen wir unsere Lodge und fuhren noch eine Loop-Road, welche wir gestern ausliessen. Wir waren zu spät dran und wollten die Strecke für heute aufheben. Kurz als wir von der Hauptstrasse abbogen, rief Paul A "Elefanten".

Auf den zweiten Blick entpuppten sich die Elefanten jedoch als White Rhinos, Breitmaul-Nashörner. Und erst noch zwei zusammen. Wir konnten die Tiere ungestört während einiger Zeit beobachten, ohne dass sich ein weiteres Fahrzeug näherte. Schliesslich machten sich die Tiere auf den Weg hinter dem Auto durch und ich konnte noch ein Bild im Rückspiegel schiessen. Von diesen extrem seltenen Tieren gibt es im Krüger Nationalpark noch einige Exemplare, wir sahen heute im Laufe des Tages insgesamt 9 Exemplare!
Schliesslich erfüllten wir heute unser Soll an Leoparden ebenfalls noch, wir sahen zwei dieser scheuen Katzen. Deshalb verletze ich meine Regel mit einem Tier pro Tag nochmals.

Diese Katze muss ich einfach zeigen!
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Eines der letzten Tiere, welche wir im Park noch sahen, war ein Warzenschwein. Diese lustigen Gesellen knien beim Fressen gerne hin, vermutlich, damit sie sich wenige anstrengen müssen. Es gibt auch Menschen, welche in dieser Weise fast mit dem Mund auf dem Teller essen.
Ausserhalb des Parkes führt die Strasse durch saftig grüne Zuckerrohr-Felder, ein immenser Kontrast zur dürren Steppe im Park. Ausser einigen Kühen sind auch kaum mehr Tiere zu sehen. Nach 5 intensiven Tagen mit anstrengender Beobachtung und Suche eine entspanntere Art des Reisen. Aber auch viel weniger interessant und nicht annähernd so überraschend.
Die Rückgabe des Autos verlief absolut problemlos, ich konne den Wagen einfach im Hotel abstellen und Schlüssel und Vertragsunterlagen bei der Rezeption deponieren.
Morgen Sonntag fahren wir um 06:00 Uhr mit dem Taxi in Richtung Flughafen los, bereits um 07:45 fliegen meine Kollegen nach Capetown, mein Flieger geht erst um 08:25. In Capetown treffen wir uns wieder und fahren gemeinsam zum Hotel. Dann beginnt der zweite Teil dieser Südafrika-Reise.
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Unser Hotel liegt nur von einer Strasse getrennt am Meer, am kalten Atlantik. Entlang der Küste gibt es einige schöne Sandstrände, an denen ab und zu Einheimische die Sonne geniessen. Im Wasser sah ich jedoch niemanden, höchstens die Füsse liessen einige ins Wasser baumeln. Offensichtlich bringt der Benguela-Strom aus dem südlichen Atlantik lediglich Schmelzwasser aus der Antarktis. Schön ist die Küste trotzdem und als Abwechslung zur Steppe und zum Busch gerade willkommen.
Eigentlich wollten wir das schöne Wetter noch nutzen und auf den Tafelberg hochfahren. Als wir uns der Seilbahn näherten schwante uns jedoch schon fürchterliches: Lange Schlangen parkierter Autos und dann ebensolche vor der Bahnstation liessen uns bald von unserem Vorhaben abrücken.

Stattdessen schossen wir einige Aufnahmen von der Stadt aus der Nähe der Talstation, was auch schon einen guten Überblick ergibt.
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Als ich knapp nach 05:30 aufwachte, ging die Sonne hinter einer dichten Nebeldecke auf. Die Bäume auf dem Golfplatz beim Hotel hoben sich mystisch vom Hintergrund ab; der Regen hatte inzwischen aufgehört.
Wir machten uns nach dem Frühstück bei zunehmendem Sonnenschein auf den Weg zum Cape of Good Hope, dem Kap der Guten Hoffnung, welches etwa 1.5 Fahrstunden südlich von Kapstadt liegt. Auf dem Weg dorthin machten wir noch bei einer Wäscherei Halt und gaben unsere Dreckwäsche ab, damit wir am Abend wieder Nachschub an frischen Kleidern haben. In unserem Hotel hätten wir für die 70 Rand (etwa 5 CHF) gerade mal etwas mehr als ein T-Shirt waschen lassen können.

Unterwegs trafen wir auf Robben, welche sich beim Ufer in der Sonne wärmten und uns ebenso neugierig beobachteten, wie wir sie. Nun waren wir definitiv sicher, dass sich das Wetter heute von seiner besten Seite zeigen würde.

Sie Strände auf der Westseite der Halbinsel, an deren Südspitze das Kap liegt sind weiss wie Schnee. Schade bloss, dass das Wasser zum Baden zu kalt ist. Sonst entspräche die Gegend ziemlich genau meinem Ideal. Man kann eben nicht alles haben …

Der kleine Gupf in der Bildmitte ist das Kap, jedoch nicht jenes der Guten Hoffnung, sondern jenes von Cape Point. Es liegt etwa 200 m östlich seines bekannteren Bruders, ist jedoch viel eindrücklicher und der höchste Punkt der Südspitze der Kap Halbinsel.

Die ganze Südspitze der Kap-Halbinsel ist zur Zeit von gelben Protea überwachsen. Mich erinnern diese hübschen Pflanzen immer an die „Gufechüssi“, welche meine Mutter hatte. Dort bewahrte sie ihre Stecknadeln für das Abstecken ihrer Nähereien auf. Auf weiten Strecken der Halbinsel wüteten vor einiger Zeit grosse Brände und vernichteten viele der Protea-Stauden. Der Nachschub ist gerade am Wachsen und in einigen Jahren wird die alte Pracht wieder hergestellt sein.

Das Cape Point ist vom Parkplatz aus über einen Fussweg von einigen hundert Metern Länge und etwa 150 Höhenmetern erreichbar. Neben dem Fussweg wurde eine Standseilbahn errichtet, welche jedoch 50 Rand, etwa 3.50 CHF kostet. Da mich dieser Preis reute, stieg ich mit meinen Freunden zu Fuss zum Leuchtturm hinauf und genoss stolz über das Erreichte die Aussicht.

Vom Leuchtturm aus liegt das eigentliche Kap der Guten Hoffnung tiefer unten. Es sieht von hier oben nicht allzu eindrücklich aus, obwohl es in der Vergangenheit von den Seefahrern sehr gefürchtet war. Viele Schiffe erlitten hier Schiffbruch und unzählige Menschen kamen hier um. Erst die Eröffnung des Suez-Kanals machte die Fahrt von Europa nach Asien sicherer und zudem auch viel schneller.
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Bei Simon’s Town, etwa 50 km südlich von Kapstadt, leben an einem Strand etwa 2’200 African Penguins. Diese können von einem Boardwalk aus gut beobachtet werden, ohne dass die vielen Besucher die Umgebung stören würden. Gestern Abend waren wir für einen Besuch bei den Vögeln zu spät dran, so dass wir heute morgen hinfuhren. Zur Zeit sind die meisten Vögel am Strand, da viele gerade in der Mauser sind.

Einmal im Jahr ersetzen die Pinguine ihr Federkleid vollständig und während der 21 Tage, welche die Mauser dauert, können sie nicht ins Wasser, da die neuen Federn noch nicht wasserabweisend sind. Entsprechend können sie auch nichts fressen und nehmen entsprechend ab. Vor der Mauser fressen sie sich voll, so dass sie die nahrungslose Zeit gut durchstehen. Auch einigen Menschen würde eine solche jährliche Prozedur nur gut tun!

Zwei der putzigen Kerlchen sind schon nahezu neu eingekleidet. Von nur gerade 2 Brutpaaren 1982 wuchs die Kolonie auf die genannten 2’200 Exemplare. Einerseits wurden früher die Eier geerntet und verkauft, aber auch die Schleppnetz-Fischerei in der Bucht tötete viele Vögel und die Nahrungsgrundlage wurde ihnen entzogen.

Diese vier Vögel kamen gerade von ihrem Beutefang zurück und watschelten an Land. Sie sehen sehr unbeholfen aus, wenn sie mit abstehenden „Armen“ rudern, um das Gleichgewicht zu behalten. Im Wasser sind sie offensichtlich sehr agil, sie können mit bis zu 4 km/h schwimmen.

Nach dem Besuch bei den Pinguinen fuhren wir im Norden der Stadt an einen Strand, von wo aus der berühmte Tafelberg hinter der Stadt gut sichtbar ist. Der saubere Strand sieht zwar sehr schön aus, das Wasser ist jedoch alles andere als einladend. Niemand ist am Baden, einige Leute spazieren am Strand entlang.

Beim Parkplatz fiel mir diese Beschriftung auf, welche ich sogar ohne jegliche Kenntnisse der lokalen Sprache verstand. Nicht gerade nett, was hier gesagt wird, aber hoffentlich effektiv.

Paul und ich wollten zum Abschluss des Tages noch auf den Tafelberg fahren, leider war die Bahn geschlossen, da zu starke Winde die Seilbahn in ihrer Funktion blockierten. Die Protea liessen sich vom Wind nicht beeindrucken. Statt der Fahrt mit der Seilbahn auf den Tafelberg machten Paul und ich uns auf den Weg nach Camps Bay, wo wir ein Restaurant für unser Nachtessen suchen wollten und auch fanden.

Nach dem feinen Fischessen legte sich der Himmel eine rote Wolkendecke zu, so dass ich wieder einmal zu einem schönen Sonnenuntergang kam.
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Wir hatten heute Glück, da eine Gruppe von 8 Personen, welche auf einem Boot angemeldet waren, nicht rechtzeitig erschien und wir einige der reservierten Plätze erben konnten. Zuerst hiess es, die nächste Tour würde erst übermorgen um 12:00 wieder freie Plätze aufweisen. Das wäre für uns zu spät gewesen.
Unser Besuch hier fällt zeitlich mit dem Ende der Saison zusammen, weshalb nur noch etwa 40 Wale in der Bucht sind, die übrigen sind bereits in Richtung Antarktis unterwegs, wo sie ihre Nahrungsgründe haben.

Etwa 25 km waren wir auf sehr bewegtem Meer unterwegs, bis wir schliesslich erfolgreich waren. Nahe am Ufer entdeckten wir eine Mutter mit ihrem Jungen, welche gerade an der Oberfläche Luft holten.

Eines der beiden Tiere stieg aus dem Wasser hoch und zeigte seinen Bauch. Dieses Verhalten ist anscheinend typisch für diese Spezies, überall hier sind solche Bilder zu Werbezwecken ausgestellt.

Kurz danach tauchte der Koloss mit einem mächtigen Spritzer wieder ein und der Spuk war vorbei. Wir beobachteten noch einige weitere solcher Manöver, bevor wir uns wieder auf die Rückfahrt machten.
Als wir nach 2 1/2 Stunden wieder anlegten, war ich erleichtert, dass ich meinen Mageninhalt nicht über Bord kippen musste. Einige andere Passagiere hatten weniger Glück und zollten dem rauhen Meer ihren Tribut.
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Unterwegs trafen wir auf viele bereits abgeerntete Weizenfelder, auf denen sich wunderbare Linien zeigten. Zusammen mit dem endlosen afrikanischen Himmel gab dies einige schöne Bilder.

Wir trafen auf einige Straussenfamilien, hier ein Paar, welches seine 8 Jungen gut behütete und stolz vorführte.

Bei 34°49´56´´S 20°00´07´´Eliegt das eigentliche Cape Agulhas.Von hier aus sind es „nur“ noch 6’000 km bis zum Südpol, dazwischen meist viel, viel Wasser, welches erst noch kalt ist.

Meine Reisekollegen Paul A., Ruth A. und Paul N. posieren vor der Plakette am südlichsten Punkt.

Auf der Fahrt vom Cape nach Stellenbosch schweifte der Blick über weithin endlose, rollende Hügel, auf welchen der Weizen und das übrige Getreide schon längst abgeerntet wurde. Vereinzelt lagen noch Strohballen auf den Feldern.

Ein letztes Bild der Weizenfelder, westlich von hier gibt es nur mehr Wein. Stellenbosch, unser letzter Etappenort ist das Zentrum des südafrikanischen Weinbaus.
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Grosse Gebiete rund um die Stadt und das benachbarte Franschhoek sind mit Weinreben bepflanzt. Makellos gepflegte Reben und ebensolche Anlagen bei den Kellereien prägen die Landschaft. Franschhoek war die erste Siedlung, welche die aus Frankreich ausgewanderten Hugenotten hier gründeten, sie brachten auch die ersten Weinreben mit und begannen mit dem Weinbau.

Leider war das Wetter heute nicht sehr gut, einige dicke Wolken verdeckten immer wieder die Sonne. Doch ab und zu zeigte sie sich durch ein Loch und erleuchtete einen kleinen Fleck der Erde. Dort zeigte sich dann die wahre Pracht der Landschaft.
In Franschhoek gibt es neben dem Wein noch ein Automuseum, welches für Paul N. von Interesse war. Von insgesamt 320 Oldtimern werden rotierend immer 80 Stück ausgestellt, die übrigen lagern in der Öffentlichkeit unzugänglichen Hallen, wo sie auch instand gehalten werden. Nahezu jedes Fahrzeug wird ab und zu bewegt, damit es keine Standschäden erleidet. Die Sammlung gehört einem Herrn Rupert, dem Grossaktionär der Richmond Gruppe, welche in der Schweiz einige Uhrenfabriken besitzt. Offensichtlich ein lohnendes Geschäft.

"Meine" Ruth fährt einen kleinen Chevrolet, weshalb ich dieses 1955 Cabriolet eines Bel-Air unbedingt fotografieren musste. Solche Modelle fahren heute noch in Cuba, zumindest taten sie dies noch im Januar 2015, als ich zum letzten Mal dort war.

Mein Interesse galt natürlich vor allem der Sammlung von fünf Jaguar-Modellen, welche makellos waren. Der schwarze Jaguar E am Ende der Reihe sah aus, als sei er erst gerade vom Fabrikationsband gelaufen.
Den Abend schlossen wir in einem sehr guten Restaurant ab, wir assen im Big Easy, welches nahe bei unserem Hotel lag. Das Haus stammt aus dem Jahr 1789 und wurde ursprünglich von einem Pfarrer erbaut. Auch dieser Beruf warf offensichtlich viel Profit ab, wenn nicht für die Bedürftigen, so doch für den Hirten.
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Statt mit dem Auto die Stadt zu erkunden, liess ich dieses beim Hotel stehen und machte mich auf einen Spaziergang durch die Innenstadt.

Hier in Kapstadt sind die Jacarandas noch in voller Blust, da hier die Temperaturen einiges kühler sind, als in Johannesburg. Im Hintergrund die Silhouette des Tafelberges.

Eines der imposanten Gebäude in der Innenstadt. Auf dem Platz davor haben sich Souvenir-Händler installiert, welche ihre Waren an den Mann und die Frau bringen wollen. Da ich noch länger unterwegs sein werde, liess ich mich nicht in Versuchung bringen. Auch sonst hätte ich wohl kaum etwas gekauft, da die meisten angebotenen Gegenstände nicht sehr interessant waren. Irgendwie vermitteln diese Stände in Afrika das Gefühl, es gäbe irgendwo in dunklen Afrika-Wäldern eine Fabrik, wo diese Sachen produziert werden. Oder liegt diese Fabrik gar in China?

Am heutigen Samstag war die Innenstadt weitgehend verkehrsfrei. Nur wenige Autos brausten durch die Strassen, so dass ich als Fussgänger für einmal ungestört war. Ich konnte sogar mitten in der Strasse stehen bleiben und fotografieren. Undenkbar an einem Arbeitstag.

Immer wieder waren interessante Gegensätze zwischen alt und neu zu sehen: Hier ein verspieltes, kleines Haus, welches von einem modernen Bau überragt wird. Ich bin immer wieder überrascht, wie sauber und aufgeräumt die Städte sind. Selbst in den weniger noblen Gebieten liegt kaum je Dreck herum. Manch eine europäische Stadt könnte sich hier ein Beispiel nehmen!
Am späteren Nachmittag ersetzte ich meinen grossen Mietwagen, einen Hyundai H-1 durch ein kleineres Gefährt, da ich für mich allein kein so grosses Fahrzeug brauche. Auch diese Rückgabe verlief absolut problemlos. Auch dies ein weiteres Beispiel für die Freundlichkeit und Effizienz der Südafrikaner.
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Etwa 100 km nördlich von Capetown liegt der West Coast Nationalpark am Atlantik. Ich machte mich heute früh auf den Weg dorthin, weil ich mir einige Begegnungen mit interessanten Tieren versprach. Insbesondere hoffte ich auf Wasservögel, welche in der Lagune angeblich überwintern. Sogar aus Sibirien reisen die Wintergäste an.
Nicht nur in Zürich gibt es die Sihlhochstrasse, welche einfach im Nirgendwo endet. Auch in Kapstadt gibt es solche Planungsleichen. Die Autobahn endet an mehreren Stellen in der Luft. Wir müssen uns also nicht gross schämen, auch andere haben dieselben Probleme!
Kaum war ich im Park sah ich schon die ersten jungen Strausse. Von den Eltern war hingegen weit und breit nichts zu sehen. Ein eher ungewohntes Bild. Ungwöhnlich ist auch, dass die jungen Vögel unterschiedlich gross sind. Stammen sie von denselben Eltern ab oder sind sie Teil eines Kindergartens?
Schildkröten sah ich heute gleich mehrere, diese hier las ich von der Strasse auf und bugsierte sie ins trockene Gras, wo ich sie noch schnell fotografierte, bevor sie wieder verschwand. Die Geschwindigkeit auf den Teerstrassen ist auf 50 km/h begrenzt, doch viele Einheimische halten sich nicht daran. Eine Schildkröte kann leider nicht ausweichen, wenn ein Schnellfahrer daherkommt.
Ein Straussenpaar, diesmal ohne Junge. Dabei handelt es sich sicher nicht um die Eltern derjenigen Vögel, die ich am Morgen sah, zwischen den beiden Sichtungen lagen etwa 25 km!
Auf einem grossen Granitsockel steht ein altes Haus, welches heute als Museum genutzt wird. Von hier aus gibt es einen wunderbaren Blick über die Lagune. Der starke Wind machte die Fortbewegung auf der Ebene zu einer mühsamen Sache! Im Museum wird die Entstehung der Lagune erläutert und es gibt auch einiges an Informationen über die menschliche Besiedlung der Gegend. Bereits vor Ankunft der Weissen war die Gegend teilweise bewohnt.
Noch nie sah ich diese Antilopen-Art: Es handelt sich um sogenannte Bontebok, sehr elegante Tiere. Nussbraue Köpfe, fast schwarze Flanken und schneeweisse Bäuche. Dazu leicht gebogene Hörner. Diese Antilopenart ist sehr selten, nur noch um die 2'000 Tiere soll es davon geben.
Bis auf einige Strausse sah ich heute kaum Vögel, von einem der zahlreichen Birdhides sah ich immerhin eine Gruppe von Flamigos, jedoch waren diese zu weit weg, als dass ich sie fotografieren konnte. Sonst waren weite Teile der Lagune trocken, die Vögel aus dem Norden sind noch auf der Reise, sie kommen in einigen Wochen hier an. Die Fischgründe an der Westküste Südafrikas sind äusserst fischreich, so dass die vielen Vögel genügend Nahrung vorfinden.
Zwischen dem Nationalpark und Capetown liegt ein Atomkraftwerk, welches gefährlich nahe an der Küste gebaut wurde. Nicht auszudenken, was bei einem Tsunami passieren würde - Fukushima lässt grüssen: Hier gibt es noch nicht mal eine Schutzmauer zwischen Wasser und Reaktor-Gebäuden! Das Kraftwerk liegt gerade mal 30 km vom Zentrum Kapstadts entfernt. In der Stadt und den umgebenden Gemeinden leben etwa 3.8 Mio. Menschen.
Der heutige starke Wind war ganz im Sinne der Kite-Surfer, welche sich am Strand nördlich von Capetown in den Wellen tummelten. Der Tafelberg war am späteren Nachmittag mit einer Wolkenkappe versehen, was die Surfer jedoch nicht von ihrem Hobby abhielt. Mit der adäquaten Ausrüstung versehen, lässt sich auch das kalte Wasser längere Zeit aushalten.
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Der Tafelberg ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Kapstadt. Nach zwei erfolglosen Versuchen gelang mir heute früh die Besichtigung. Kurz vor 9 Uhr war ich bei der Talstation, wo allerdings schon sehr viele Leute für Tickets anstanden. Parkplätze waren in der Nähe keine mehr zu haben. Einmal mehr profitierte ich von meinem Behindertenausweis.
Selbstverständlich gibt es in der Nähe der Station besondere Parkplätze für Behinderte, von den mir eine freundliche Damen einen zuwies. Da ich noch kein Ticket hatte, sollte ich mich in die Reihe stellen, welche für etwa eine halbe Stunde Wartezeit garantierte. Sobald ich das Ticket hätte, könne ich mit dem Aufzug hochfahren und müsse nicht in der Schlange anstehen.

Glücklicherweise hatte die Talstation ein öffentliches WiFi, so dass ich mein Ticket online bestellen und schon nach kurzer Zeit mit dem eTicket auf meinem iPhone per Aufzug zur Seilbahn hochfahren konnte.
Klick auf das Bild zeigt es in hoher Auflösung.
Von 1060 m.ü.M. ergab sich ein grandioser Rundblick über Kapstadt mit dem Blick auf die Atlantik-Küste im Norden der Stadt. Die kleine Insel in der rechten Bildhälfte ist Robben-Island, wo viele berühmte Gefangene während Jahren eingekerkert waren, darunter während vieler Jahre auch Nelson Mandela.
In Richtung Süden liegt die ganze Kap-Halbinsel zu Füssen. Zuunterst das Kap der Guten Hoffnung, welches ich vor einigen Tagen besuchte. Ein grandioser Rundblick und dies bei wolkenlosem Himmel und angenehmen 25 Grad ohne Wind! Geduld zahlt sich manchmal eben doch aus!
Direkt unterhalb der Talstation liegt Camps Bay, ein nobles Quartier von Kapstadt, welches an einem weissen Sandstrand liegt. Heute Abend sollte die Ortschaft nochmals eine wichtige Rolle spielen, als ich im Paranga-Restaurant ass.
Rock-Hyrax sind die nächsten noch lebenden Verwandten der Elefanten. Dieser Kerl scheint keine Angst zu kennen, liegt er doch auf einem Felsen, von welchem aus beinahe 600 m freier Fall möglich wären. Sein Verwandter würde sich wohl kaum hier hinstellen!
Sein Kollege lag direkt unterhalb der Brüstung und liess sich problemlos fotografieren. Während der ganzen Reise im Krüger-NP trafen wir kein einziges Exemplar dieser putzigen Tiere, auf dem Tafelberg sind sie sehr zahlreich.
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Nach dem gestrigen Sonnenschein und warmen Temperaturen präsentiert sich die Welt heute komplett anders: Am frühen Morgen war der Himmel noch wolkenlos, doch bereits beim Frühstück zogen dicke Wolken aus dem Süden auf und verdeckten die Sonne. Wo gestern die Sonne beim Abendessen noch blendete, war heute nur noch vereinzelt etwas blauer Himmel zu sehen. Trotzdem machte ich mich auf den Weg in Richtung Süden. Ich wollte die Kap-Halbinsel noch etwas genauer erkunden und vielleicht nochmals zu den Pinguinen fahren.

Die Bergen hinter Camps Bay erinnern irgendwie an die Kurfirsten in der Schweiz, das heutige Wetter war liess sie jedoch nicht sehr gut aussehen.
Der Leuchtturm von Slankoppund war heute auch kaum zu sehen, der Nebel über dem Atlantik verdeckte ihn nahezu. Erst als ich näher fuhr, tauchte er aus der Suppe auf. Der Regen hörte kurz auf, so dass ich ohne nass zu werden aussteigen konnte.
Mein Ziel war die Pinguin-Kolonie von Simon’s Town, doch das Wetter war so lausig, dass ich von meinem Vorhaben absah. Statt Pinguinen besuchte ich ein Kaffee in der Stadt und bemerkte dieses interessante Schild. Auf diese Idee kam ich nicht!

Ursprünglich buchte ich eines der wenigen Hotels, welche gestern noch verfügbar waren. Als ich jedoch dort vorfuhr, kehrte ich unverrichteter Dinge um und buchte eine andere Unterkunft. In einem eher lausigen Quartier gelegen, war das Hotel herunter gekommen und überhaupt nicht einladend. Nun bin ich in einem viel angenehmeren Hotel in der Nähe der V&A Waterfront, einem grossen Einkaufszentrum mit vielen internationalen Ladenketten. Doch auch hier gibt es seltsame Ankündigungen. Die Hotel-Bar habe ich auf jeden Fall nicht aufgesucht. Wer weiss, ob die Manager auch das Kleingedruckte gelesen haben.
Gegen Abend konnte ich noch meine neue Sonnenbrille abholen, welche ich am letzten Donnerstag bei einem Optiker im V&A bestellte. Meine alte kam mir irgendwo in Johannesburg abhanden, ich versuchte alles, sie wieder zu bekommen, leider erfolglos. Ganz unglücklich bin ich jedoch nicht, da ich die Gläser ohnehin hätte ersetzen müssen, da sie einerseits ziemlich zerkratzt waren und die Korrektur zudem auch nicht mehr ganz meinen Augen entsprach. Nun konnte ich mir eine Brille derselben Marke aus Deutschland (Mykita) machen lassen. Mit hervorragenden Gläsern und optimaler Korrektur ausgerüstet, bin ich bereit für die nächste Etappe meiner Reise. Der Preis war etwas mehr als 50% von meiner schweizer Brille. Die Mehrwertsteuer von 14% erhalte ich zudem noch zurück.
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Ich musste heute um 17 Uhr mein Auto zurück geben und wollte vorher noch in meinem Hotel beim Flughafen das Gepäck deponieren. Meine Zeit war also begrenzt. Ich beschloss, mir tagsüber noch die Gegend rund um Paarl anzusehen und ein leichtes Mittagessen zu suchen, da mein Hotel leider kein Restaurant haben wird. Neben Franschhoek und Stellenbosch ist Paarl die dritte Stadt im Weingebiet Südafrikas.

Hoch über der Stadt steht das Afrikaanse Taalmonument, das Denkmal für Afrikaans, der Landessprache Südafrikas. Afrikaans ist die jüngste Sprache der Welt, sie wurde ab 1876 in einer Zeitung hier gedruckt. Ein Lehrer schuf eine Grammatik sowie ein Wörterbuch, welches bis heute Gültigkeit hat. 13% der Bevölkerung Südafrikas sprechen heute Afrikaans, vor allem Weisse und Coloureds (Mischlinge).

Vom Denkmal aus gibt es eine wunderbare Sicht über die Weinbau-Gegend, hier der Blick in Richtung Franschhoek.

Über die Ästhetik der Architektur des Denkmals lässt sich streiten, mir erschloss sich der Zusammenhang zwischen Denkmal und Sprache nicht. Aber ich bin ja auch kein Massstab. Die Berge im Hintergrund kontrastieren auf jeden Fall schön mit den Beton-Figuren.

Bei Paarl verläuft ein kleiner Fluss an dessen Ufer wunderbare Jacarandas stehen, welche hier noch in voller Blüte sind.

Bevor ich an den Flughafen fuhr, machte ich noch einen Umweg an die False Bay, um noch einen letzten Blick auf das Meer zu werfen. Ab morgen Donnerstag ist Wüste in Namibia angesagt. Wasser wird dann nur mehr eine ferne Erinnerung sein.
Die Rückgabe meines Autos verlief absolut problemlos und ich war schon früh im Hotel. Morgen wird es um 04:30 Tagwache geben, um 05:00 fährt das Taxi an den Flughafen, von wo aus ich um 06:45 in Richtung Windhoek abfliegen werde. Also früh in die Klappe!
